Lerche oder Eule? Vom Schlafen und Wachen
Wann: 9. Dezember 2015
Wo: Universität Irchel
Thema: Schlafforschung
Referent: Prof. Dr. Steven A. Brown
Auch den zweiten FAN-Gönneranlass bestritt ein junger Professor, der einen Forschungsbeitrag des FAN erhalten hatte: Steven A. Brown, Extraordinarius am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich. Er forscht über Chronobiologie und Schlaf.
Ob wir gut schlafen, wirkt sich auf unsere Leistungsfähigkeit aus. Nur schon deshalb sind wir alle am Schlaf und seiner Erforschung interessiert. Der gute Besuch dieser Veranstaltung und die rege Beteiligung an der Fragerunde bestätigte n dies. Tatsächlich stiftet die chronobiologische Forschung vielfältigen Nutzen. Hervorgehoben sei die Erforschung der Medikamentenwirkung, die beeinflusst wird durch die Tageszeit der Medikamenteneinnahme.
Die Forschung kennt verschiedene Chronotypen. Ein Teil dieser Variation ist genetisch programmiert, ein anderer durch die Umwelt beeinflusst. Unter anderem variieren sie je nach Kultur: Die Schweizerinnen und Schweizer stehen früher auf als andere Landsleute, bestätigt Brown. Frauen und ältere Menschen stehen früher auf als Männer und Junge. Besonders früh Aufstehende werden als Lerchen bezeichnet, die Gegenteiligen als Eulen.
Die innere Uhr kann gestört werden: Durch Schlafstörungen, Jet-Lag, Stoffwechselstörung, Übergewicht, Diabetes, Stress, Depression. Auch Medikamente können sich nachteilig auswirken. Experimente an Mäusen geben Hoffnung, dass solche Störungen künftig behoben werden können. „Im Alter tickt die innere Uhr schon leiser“, fügt der Referent an, „und Alterskrankheiten können dieses Problem noch vergrössern. Zum Beispiel bewegen sich Alzheimerpatienten oft nachts. “
"Pflegen Sie die biologische Uhr“, legt uns Steven Brown ans Herz: „Halten Sie regelmässige Schlafzeiten ein. Gehen Sie aber nur ins Bett, wenn Sie wirklich müde sind. Stehen Sie regelmässig zur gleichen Zeit auf und halten Sie den Rhythmus auch am Wochenende bei. Bewegen Sie sich im Freien, tanken Sie Licht. Ein gemächlicher Spaziergang kann Wunder wirken."
Nach dem Referat lud der ZUNIV die Spenderinnen und Spender zu einem Abendessen auf der Aussichtsplattform „Aquarium“ der Uni Irchel ein. Zwischen den Gängen gaben drei ehemalige Stipendiaten des FAN spannende Kurzpräsentationen ihrer Werdegänge: Der Nationalbank-Ökonom Thomas Nitschka, die Sprachwissenschafterin Renate Kummer und der Völkerrechtler und China-Spezialist David Suter, Träger des Dissertationenpreises 2015 der Rechtswissenschaftlichen Fakultät.